She's not there - Tamsin Grey

Beim ersten Anlauf konnte mich das Buch nicht so richtig in seinen Bann ziehen und beim zweiten war ich etwas betrübt, wie schnell sich die Seiten so dahinblätterten...

Eigentlich eine traurige Geschichte, zum Weinen gebracht hat sie mich aber nicht. Unsere beiden Protagonisten ein 6 und ein 9 jähriger Junge bringen mich ein bisschen zum Schmunzeln. Die Autorin hat die Kinder in ihrer verqueren Vorstellung von der Lage und wie man damit am besten umgeht ziemlich gut gezeichnet (soweit ich das beurteilen kann, an meine Denkweise in dem Alter habe ich nun wirklich nicht viel Erinnerung). Unter anderem Situationen die durch ihr Verhalten (Verstecken, sich als jemand anders ausgeben als sie sind und dabei immer Kichernd und Prustend) von ihnen verschlimmbessert werden, sodass man als "vernunftbegabter" Erwachsener nur das Gesicht verzieht und mit erhobenem Zeigefinger losbrüllen möchte: "Das ist nicht lustig!". Um so schöner, wenn neben der grandiosen Fehleinschätzung der Kinder, die Erwachsenen auch so richtig danebenhauen. Das Buch endet zwar nicht mit einem Überraschungsmoment, aber man will ja eine Erklärung, das hält bei der Stange. 

 

Das einzige was mich etwas gestört hat waren die zum Teil furchtbar (alt-)klugen Gedanken eines verzogenen 6 Jährigen, stellenweise doch ein bisschen zu abgehoben. Außerdem ist mir die Mutter noch etwas fern, ihr Charakter wurde mir zu grob gezeichnet, dafür dass es eigentlich um sie ging.